Ein Thema beschäftigt mich. Weshalb ist in Kaliningrad und den durchfahrenen russischen Dörfern alles anders als in Polen, Litauen und Lettland. Weshalb fehlen Gärten. Weshalb ist in den Baltischen Staaten alles ordentlich, selbst die alten Häuser sehen noch anständig aus? Ich denke dass es doch nicht nur darum geht was man hat, sondern was man aus dem Wenigen das man hat, macht. Weshalb sind die Russen so anders? Ist es die Ethnie, die fehlende Lebensfreude oder war das Russische Volk immer unterdrückt, konnte nie selbständig handeln? Die Antwort kenne ich nicht.
Das Frühstück ist heute reduziert, da ich bereits um 07.30 Uhr esse und es dies im Hotel erst ab 09.00 Uhr gibt.
In der Nacht hat es stark geregnet. Pfützen überall. Noch einmal geniesse ich den Veloweg in Litauen. In Richtung Lettland ist er noch breiter, noch besser. Ich fahre hinter den hohen Dünen. Der Lärm der Brandung ist heute gewaltig.
Mit dem Wechsel des Landes ändern sich die Spielregeln: nun fahre ich auf der Hauptstrasse, die anfangs nicht gerade toll ist. In Sventoji stechen zwei Sachen ins Auge: einerseits die Kirche und andrerseits die Bauwut. Der Zukunftsgalube ist enorm. Obwohl es hier bereits sehr viele Sommerhäuschen und Wohnungen hat, wird gebaut, man könnte glauben es gäbe auch hier eine Zweit- Wohnungs Initiative.
Es ist mit 12 Grad doch etwas kalt zum "blütle".
Geräuchter Fisch ist hier das grosse Thema. Räucherei und Direktverkauf am Strassenrand.
Meine tägliche Wärme Schoggi gibt es heute in einem Strickwaren-Café. Der Ehemann betreibt den landw. Betrieb mit 16 Ha und 12 Kühen, die drei Kinder gehen zur Schule. Die Mutter strickt auf Bestellung während des Winters und hofft auf Touristen im Sommer. In Rucava gibt es einen Grossbetrieb der seine Ware exportiert: Torf! Das nahegelegenen Sumpfgebiet von Pape muss davon sehr viel haben.
Heute habe ich einen Gegner: den Wind. Zeitweise frontal. Trotzdem bleibe ich gut gelaunt. Es ist ein Spektakel, wie der Wind mit der Pflanzenwelt spielt.
Das Hotel in Liepaja erreiche ich um 14.20 Uhr. Heute leiste ich mir eine einstündige Massage. Ich werde geknetet und es tut sooo gut.
Ich esse sonst kaum Hamburger und Pommes. Nachdem ich gestern bereits Pommes (mit einem Pouletspiess) hatte, überkam mich heute wiederum die Lust. Diesmal mit einem XXL Hamburger und 5 dl Bier.
Der Tag endet mit einem Stadtbummel bei wunderbarem Abendlicht und blauem Himmel. Übrigens ist Liepaja Lettlands drittgrösste Stadt mit 84'000 Einwohnern.

















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