Ich komme gut voran. Um 11 Uhr habe ich bereits 50 km hinter mir. In einem der wenigen Gasthöfen (Heute war es der Einzige) kehre ich ein.
Den Storch mit seinen Jungen stört es nicht. Der tätowierte junge Mann der mich bedient, trägt sogar eine Fliege. Und das in der Pampa, wo ich alleine Gast bin. Alkoholfreies Bier gibt es nicht. Die Alternative, im Glas serviert, schmeckt malzig, anders, aber nicht schlecht. Die Champignonsuppe, eher ein Püree, liebevoll präsentiert, schmeckt sehr gut. Ebenso der Espresso.
Nun tritt eine neue Phase ein: fahren auf einer sog. Schotterpiste. Vorweg: diese Art Strasse kann ich nicht weiterempfehlen. Sandiges Terrain, vom gestrigen Regen noch nass und teilweise tief, kommen mir die 6 km endlos vor. Also bin ich froh, wieder auf Asphalt weiterfahren zu dürfen.
Auch heute geniesse ich wiederum die Weiten der Felder und die Wälder, an denen ich vorbeifahre. Wiederum sehe ich Kraniche und zahlreiche Störche. Wie gestern, ziehen wieder dunkle Wolken am Horizont auf. Heute habe ich mehr Glück, das Nass bleibt aus.
Tukums, eine Stadt mit 19'000 Einwohnern, lässt mich nicht nicht warm werden. Wie gestern hat es auch hier einen verlotterten Altstadt Teil mit komischen Einwohnern (wer sonst möchte so hausen?).
Der Grossteil der Bevölkerung lebt in Mietskasernen, die anständig aussehen.
Beim Rundgang, auf der Suche nach einem Restaurant, trete ich in ein als solches vermutetes Lokal ein. Etwa 8 Personen warten. Eine Ausgabestelle wie im Militär. Sofort verlasse ich das Lokal und erkundige mich bei der Infostelle. Zwei Restaurants werden empfohlen. That's it! Für 19'000 EW. Das gestrige trendige Resto fehlt mir. Das Essen hier ist gut, das Lokal praktisch leer: Keine Kohle, das ist meine Vermutung.
An einem stattlichen Gebäude ist eine Granittafel angebracht, auf der erklärt wird, dass dies bis 1941 eine Synagoge war. Auch in Kuldiga sah ich eine ehemalige Synagoge (siehe Foto). Das Gebäude dient heute als Bibliothek.
Aufgrund der Grösse der Häuser nehme ich an, dass die jüdische Gemeinde damals zahlreich gewesen sein muss.
Nun freue ich mich auf Riga, die lettische Hauptstadt mit ihren 700'000 Einwohnern, 35% der Bevölkerung dieses Landes.









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