Heute geht die Reise an riesigen Wiesen und Feldern, aber auch durch tiefe Wälder. Auffällig sind die mächtigen Bäume, Eichen, Schwarzpappeln und Buchen, die die Strassen säumen. Aber auch die zahlreichen Lupinen am Strassenrand lassen mein Herz lachen.
Sind es Haselnusssträucher, ein ganzer riesiger Hang? Ich schaue mir die Sträucher aus der Nähe an. Es ist eine Johannisbeer "Plantage".
In Frombork beziehe ich mein Zimmer im Hotel Kopernik. Ein Dreistern Hotel. Sehr gut unterhalten, sehr sauber. Frombork isr der Ort, wo Kopernikus wirkte. Er war Domherr des Fürstentums Elmland in Preussen. Daneben war er Arzt und wurde vor allem bekannt als Astronom, widmete sich aber auch der Mathematik und der Kartographie.
Die Kathedrale ist eine Perle.
Auch Frombork wurde durch den Krieg arg in Leidenschaft gezogen. Mit Ausnahme der Kathedrale und den anderen Gebäuden auf dem Hügel.
Im Hotel lerne ich eine interessante Person kennen. Frau Jenny Wennmacher. Sie kam 1943 zur Welt. Im Sommer Renter der Marienburg.
Wie kommt das? Ihr Vater war Mediziner im Lazarett, das während des Krieges dort eingerichtet war. Und deshalb wurde sie in diesem grossartigen Raum, den ich gestern noch besuchen durfte, geboren. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass ein Bezug zu Ostpreussen besteht. Mit 60 Jahren kündigte sie ihren Job als Bibliothekarin und wurde Fotografin. (man kann sie auch googeln.
Wir haben ein interessantes Gespräch über Ostpreussen, Russland, Flüchtlinge usw.
Die Sonne ist am Untergehen und ich mache noch einige Fotos bevor ich ins Bett gehe.
Abschliessend noch ein Satz von Marion Gräfin Dönhoff, deren Familie bis 1945 in Ostpreussen lebte, den ich heute als Ausschnitt über diese Gegend im Vorwort zu einem Buch entdeckt habe:
"Ja, und dann trauert jeder, der dort zuhause war, natürlich der Landschaft nach - den weiten Wiesen und Feldern unter dem grossen Himmel des Ostens; den einsamen Wäldern und klären Seen, dem Zug der Wilgänse und Kraniche im Frühjahe und Herbst..."







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